24 Januar 2026

FDA-Drogenknappheitsdatenbank: So prüfen Sie die Verfügbarkeit von Medikamenten

FDA-Drogenknappheitsdatenbank: So prüfen Sie die Verfügbarkeit von Medikamenten

Wenn ein Medikament nicht mehr verfügbar ist, kann das lebenswichtig sein. Ob Insulin, Antibiotika oder Herzmedikamente - Drogenknappheiten betreffen nicht nur Krankenhäuser, sondern auch Patienten zu Hause. Die FDA-Drogenknappheitsdatenbank ist die offizielle Quelle in den USA, um zu sehen, welche Medikamente aktuell knapp sind und warum. Sie ist nicht nur für Ärzte und Apotheker nützlich, sondern auch für Patienten, die ihre Behandlung nicht unterbrechen wollen.

Was ist die FDA-Drogenknappheitsdatenbank?

Die FDA-Drogenknappheitsdatenbank ist eine kostenlose, öffentlich zugängliche Datenbank der U.S. Food and Drug Administration (FDA). Sie listet alle Medikamente auf, bei denen die Nachfrage größer ist als das Angebot - und zwar auf landesweiter Ebene. Das bedeutet: Wenn ein Medikament nur in einer Stadt knapp ist, aber im Rest des Landes verfügbar, wird es nicht aufgeführt. Die Datenbank wurde offiziell im Februar 2021 live geschaltet, nachdem die FDA 2012 durch das FDASIA-Gesetz verpflichtet wurde, Hersteller zur Meldung von Knappheiten zu zwingen.

Jeder Hersteller muss die FDA über jede geplante oder unerwartete Unterbrechung der Produktion informieren. Seitdem werden jährlich rund 5.000 Meldungen bearbeitet. Die Daten werden täglich aktualisiert. Im Jahr 2024 waren durchschnittlich 298 Medikamente in Knappheit, vor allem sterile Spritzen und Infusionslösungen - das sind 58 % aller gemeldeten Fälle.

Wie finden Sie heraus, ob ein Medikament knapp ist?

Es gibt drei Wege, um die Verfügbarkeit eines Medikaments zu prüfen:

  1. Webseite: Gehen Sie zu www.accessdata.fda.gov/scripts/drugshortages/default.cfm. Hier können Sie nach dem generischen Namen, der Wirkstoffbezeichnung oder dem NDC-Code suchen.
  2. Mobile App: Die offizielle FDA Drug Shortages App ist kostenlos im Apple App Store und bei Google Play erhältlich. Sie wurde im September 2022 veröffentlicht und wurde über 150.000 Mal heruntergeladen. Sie bietet Push-Benachrichtigungen, wenn ein Medikament, das Sie verfolgen, in Knappheit gerät.
  3. Daten-Download: Für Fachleute gibt es eine maschinenlesbare Version auf data.gov, die wöchentlich aktualisiert wird.

Wichtig: Suchen Sie nicht nur nach dem Handelsnamen. Die Datenbank listet Medikamente nach ihrem generischen Namen oder Wirkstoff auf. Wenn Sie zum Beispiel "Lipitor" suchen, finden Sie nichts. Suchen Sie stattdessen nach "Atorvastatin".

Was zeigt die Datenbank genau?

Jeder Eintrag enthält mehrere wichtige Informationen:

  • Medikamentenname und Wirkstoff: Der vollständige Name und die chemische Bezeichnung.
  • NDC-Code: Eine 11-stellige Nummer, die den Hersteller, die Dosierung und die Verpackungsgröße genau identifiziert. Dies ist entscheidend - ein Medikament kann in einer Dosierung knapp sein, aber in einer anderen verfügbar.
  • Hersteller: Wer produziert das Medikament? Manche Hersteller haben mehrere NDC-Codes für das gleiche Medikament.
  • Grund für die Knappheit: 68 % der Knappheiten entstehen durch Produktions- oder Qualitätsprobleme. Andere Gründe sind Rohstoffmangel, Lieferengpässe oder Rückrufe.
  • Status: "Aktuell", "Gelöst" oder "Einstellung". Achtung: "Gelöst" bedeutet nicht, dass das Medikament sofort wieder vollständig verfügbar ist - nur dass die Nachfrage wieder gedeckt wird.
  • Geschätzte Dauer: Wie lange wird die Knappheit voraussichtlich dauern? Diese Angabe ist oft ungenau - nur 79 % der Schätzungen stimmen, wenn der Hersteller sie direkt über das CDER Direct NextGen Portal meldet.
Apotheker vergleicht zwei Medikamentenflaschen mit unterschiedlichen NDC-Codes, eine rot markiert, eine grün.

Warum ist der NDC-Code so wichtig?

Ein Medikament wie Metformin wird von mehreren Herstellern produziert - mit verschiedenen Dosierungen, Tablettenformen und Verpackungen. Jede Kombination hat einen eigenen NDC-Code. Die FDA-Datenbank zeigt an, welcher NDC-Code betroffen ist. Wenn nur die 500-mg-Tabletten knapp sind, aber die 850-mg-Tabletten verfügbar, können Sie umstellen - aber nur, wenn Sie den richtigen Code kennen.

Ein Fall aus April 2024 zeigt das: Ein bestimmter NDC-Code für Insulin glargine war in Knappheit. Krankenhäuser, die den Code prüften, konnten rechtzeitig auf eine andere Marke wechseln. Andere, die nur nach "Insulin" suchten, blieben im Dunkeln - bis Patienten nicht mehr versorgt werden konnten.

FDA vs. ASHP: Welche Datenbank ist besser?

Viele nutzen neben der FDA auch die Datenbank der American Society of Health-System Pharmacists (ASHP). Hier ist der Unterschied:

Vergleich FDA-Datenbank und ASHP-Datenbank
Merkmale FDA-Datenbank ASHP-Datenbank
Umfang Nur landesweite Knappheiten Landesweite + lokale Engpässe
NDC-Codes 100 % der Einträge 82 % der Einträge
Gründe für Knappheit Technische, rechtliche Begriffe Einfache, klare Sprache
Klinische Empfehlungen Nein Ja - Alternativen, Dosierungstipps
Aktualisierung Täglich Wöchentlich
Vertrauenswürdigkeit Offiziell, rechtlich verpflichtend Praktisch, klinisch orientiert

Ärzte und Apotheker nutzen beide: Die FDA-Datenbank für die Bestätigung, ASHP für die Handlung. 74 % der Befragten in einer Umfrage von 2024 prüfen zuerst die FDA, dann wechseln sie zu ASHP, um zu sehen, welches Medikament sie stattdessen verwenden können.

Künstliche Intelligenz projiziert eine Droge-Knappheitsvorhersage, während ein Patient eine E-Mail sendet.

Was die Datenbank nicht kann

Die FDA-Datenbank ist leistungsstark - aber nicht perfekt.

  • Verzögerung: Es dauert oft 7 bis 10 Tage, bis eine Knappheit gemeldet und eingetragen wird. In einem Fall im Januar 2023 blieb eine Heparin-Knappheit 11 Tage ungemeldet - bis Krankenhäuser bereits Patienten nicht mehr behandeln konnten.
  • Keine Vorhersage: Sie zeigt, was gerade fehlt - nicht, was bald fehlen wird. Analysten sagen: "Die Datenbank ist reaktiv, nicht präventiv."
  • Keine regionalen Daten: Sie sagt nicht, ob ein Medikament in Texas knapp ist, aber in New York verfügbar. Sie zeigt nur, ob es landesweit knapp ist.
  • Keine Informationen zu alternativen Präparaten: Die FDA nennt nicht, welches Medikament Sie stattdessen nehmen können. Dafür brauchen Sie ASHP oder Ihren Apotheker.
  • Keine Erfassung von Kompendien: Nur 22 % der Apotheken, die Medikamente selbst mischen, melden ihre Engpässe - obwohl das wichtig wäre.

Wie nutzen Sie die Datenbank richtig?

Wenn Sie ein Medikament prüfen wollen, folgen Sie diesem einfachen Ablauf:

  1. Suchen: Geben Sie den generischen Namen oder Wirkstoff ein - nicht den Handelsnamen.
  2. Prüfen Sie den NDC-Code: Ist Ihr genauer Medikamententyp (z. B. 10 mg Tablette, 30 Stück) betroffen? Oder nur eine andere Dosierung?
  3. Lesen Sie den Grund: Wenn die Knappheit auf Rohstoffe zurückzuführen ist, könnten auch ähnliche Medikamente betroffen sein.
  4. Prüfen Sie "Extended Use Dates": Einige Medikamente können länger als auf dem Etikett angegeben verwendet werden. Diese Liste finden Sie separat auf der FDA-Website.
  5. Abonnieren Sie Updates: Die FDA sendet jeden Dienstag und Freitag eine E-Mail mit neuen Einträgen. Kostenlos, einfach, nützlich.

Wenn Sie eine Knappheit bemerken, die nicht aufgeführt ist - melden Sie sie: [email protected]. Auch Patienten können melden, wenn sie ein Medikament nicht bekommen.

Was kommt als Nächstes?

Die FDA arbeitet an Verbesserungen. Seit Juli 2024 können Sie nach Hersteller, Dosierungsform und Therapiebereich filtern - eine direkte Antwort auf Nutzerfeedback. Im ersten Quartal 2025 soll die Datenbank mit dem Verzeichnis der verifizierten Großhändler verknüpft werden, um Lieferengpässe besser nachzuvollziehen.

Langfristig will die FDA Künstliche Intelligenz nutzen, um Knappheiten vorherzusagen - ein Pilotprojekt läuft seit Herbst 2024. Ziel: Die Meldelücke von Tagen auf Stunden zu reduzieren. Bis dahin bleibt die Datenbank Ihr zuverlässigster, aber nicht perfekter Weg, um zu wissen: Ist mein Medikament noch verfügbar?

Wie oft wird die FDA-Drogenknappheitsdatenbank aktualisiert?

Die Datenbank wird täglich aktualisiert. Neue Knappheiten, Änderungen und gelöste Fälle erscheinen innerhalb von 24 Stunden nach Meldung durch den Hersteller. Die offizielle Datenquelle auf data.gov wird wöchentlich aktualisiert.

Kann ich die Datenbank auch auf meinem Handy nutzen?

Ja, die offizielle FDA Drug Shortages App ist kostenlos für iOS (ab Version 12.0) und Android (ab Version 8.0) verfügbar. Sie ermöglicht schnelle Suchen, Push-Benachrichtigungen und sogar die Meldung von Knappheiten - ohne Registrierung für die Grundfunktionen.

Was bedeutet "Gelöst" in der Datenbank?

"Gelöst" bedeutet, dass die Versorgung mit dem Medikament wieder ausreichend ist - nicht, dass es überall sofort wieder vollständig auf Lager ist. Manchmal bleibt ein Medikament knapp in einzelnen Apotheken, auch wenn es landesweit wieder verfügbar ist.

Warum finde ich mein Medikament nicht in der Datenbank?

Mögliche Gründe: 1) Es ist nicht landesweit knapp - nur lokal. 2) Der Hersteller hat es noch nicht gemeldet. 3) Sie suchen nach dem Handelsnamen, nicht dem generischen Namen. 4) Es ist kein verschreibungspflichtiges Medikament - die Datenbank erfasst nur rezeptpflichtige Produkte.

Kann ich die Datenbank nutzen, um ein alternatives Medikament zu finden?

Nein, die FDA-Datenbank listet nur, was knapp ist - nicht, was Sie stattdessen nehmen können. Für Alternativen, Dosierungsempfehlungen oder klinische Ratschläge nutzen Sie die ASHP-Datenbank oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wie melde ich eine Knappheit, die nicht in der Datenbank steht?

Senden Sie eine E-Mail an [email protected]. Geben Sie an: Medikamentenname, Wirkstoff, Hersteller, NDC-Code, wo und wann Sie die Knappheit bemerkt haben. Auch Patienten können melden - das hilft der FDA, Lücken zu schließen.

Geschrieben von:
Sabine Grünwald
Sabine Grünwald

Kommentare (6)

  1. luis stuyxavi
    luis stuyxavi 26 Januar 2026
    Also ich find’s krass, dass die FDA so nen Service anbietet, aber wer hat eigentlich Zeit, sich jeden Dienstag und Freitag die E-Mails durchzulesen? 🤦‍♂️ Ich checke das nur, wenn ich schon drei Tage kein Insulin mehr kriege. Und dann ist’s zu spät. 🤷‍♂️
  2. Yassine Himma
    Yassine Himma 28 Januar 2026
    Die Datenbank ist ein Meilenstein – aber sie funktioniert nur, wenn Hersteller nicht einfach wochenlang schweigen. Warum gibt es keine Strafen für verzögerte Meldungen? Wenn ein Hersteller 11 Tage lang Heparin nicht meldet, während Patienten sterben, ist das keine Lücke – das ist fahrlässige Tötung. Und die FDA? Sie wartet. Wie immer.
  3. Frank Boone
    Frank Boone 28 Januar 2026
    Ach echt? Die FDA hat jetzt ne App? 😂 Und ich dachte, die sind die Leute, die uns seit 20 Jahren sagen, dass Aspirin krebserregend ist – und dann kommt raus, dass sie das nur wegen Lobbyismus geändert haben. Aber klar, jetzt ist alles perfekt. 🙄
  4. zana SOUZA
    zana SOUZA 30 Januar 2026
    Ich find’s traurig, dass wir uns auf eine Datenbank verlassen müssen, um zu wissen, ob wir unser Leben rettendes Medikament noch kriegen. 🌱 Es sollte doch normal sein, dass Medikamente verfügbar sind – nicht ein Glücksspiel, das man mit NDC-Codes abfragt. Ich hoffe, die KI-Verbesserungen kommen bald. Nicht nur für die Daten, sondern fürs Menschliche.
  5. Kristoffer Griffith
    Kristoffer Griffith 30 Januar 2026
    Ich hab vor zwei Monaten meinen Vater verloren, weil sein Blutverdünner nicht mehr da war. Die Apotheke hat gesagt, es sei 'nur lokal knapp'. Ich hab die FDA-App gecheckt – nichts. Kein Eintrag. Er war 78. Ich hab nie wieder verstanden, warum so was passieren kann. Danke, dass es die Datenbank gibt – aber sie kommt zu spät. Für manche.
  6. Markus Noname
    Markus Noname 1 Februar 2026
    Die strukturelle Ineffizienz des medizinischen Versorgungssystems in den Vereinigten Staaten wird durch die FDA-Drogenknappheitsdatenbank nicht behoben, sondern lediglich dokumentiert. Es handelt sich um eine reaktive Maßnahme, die auf regulatorische Pflichten basiert, jedoch keine präventiven oder logistischen Lösungen bereitstellt. Die fehlende Integration von regionalen Versorgungsdaten und die mangelnde Einbeziehung von Pharmazeuten, die Medikamente selbst herstellen, stellen systemische Defizite dar, die eine umfassende Reform erfordern.

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